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Auf dem Parkplatz neben der
Kirche St. Gereon in Niederbachem begrüßen sich alte
und neue Wanderfreunde des HVN. 16 Wanderer haben sich
eingefunden. Wanderführer Hermann Langguth gibt das Zeichen
zum Aufbruch und ohne lange Diskussionen füllen sich einige
Autos, 10,40 Uhr geht’s los. Wir fahren zum
Waldparkplatz an der Straße von Neuenahr nach Königsfeld.
Zunächst geht es durch einen schattigen Buchenwald. Der
Waldboden ist bedeckt mit Blaubeersträuchern. Wir nehmen uns
vor, im August zum Blaubeerpflücken wiederzukommen. Hin und
wieder gibt es Ausblicke auf Wiesen und Hecken, gewundene
Bachläufe und Hügel. Der Frühling hat die
Winterland-schaft in lichthelles Grün verwandelt. Goldgelber
Ginster setzt leuchtende Farbtupfer. So kommen wir plaudernd in
verschieden wechselnden Grüppchen nach Schalkenbach. Der
springlebendige Vinxtbach durchquert den Ort, eingefaßt und
überspannt mit Brückchen aus altem grauen Stein. Das
Dorf ist liebevoll gepflegt. Haben die Einwohner vielleicht auch
einen Heimat- und Verschönerungsverein? Durch das
Vinxtbachtal wandern wir weiter und erspähen gegen Mittag
durch das Laub der Bäume das Glockentürmchen auf dem
Dach von Waldgut Schirmau. Just in diesem Moment schlägt die
Glocke 12 Uhr. Dort wollen wir Mittagsrast machen. Zunächst
jedoch geht es erst einmal ein kleines Stück bergan zum
Weiselstein. Hier auf der Höhe von 475 m NN steht ein 10 m
hoher hölzerner Turm. Die „Naturfreunde oberes
Vinxtbachtal” hatten 1994 die Idee dort einen Aussichtsturm
zu errichten. 1995 konnte er schon eingeweiht werden. Wir steigen
natürlich alle hinauf um den herrlichen Rundblick bis hin zum
Siebengebirge zu genießen. Wie ein Teppich breitet sich
zu unseren Füßen eine weite Wacholderheide aus. “Noch
5 Minuten, dann sind wir auf Gut Schirmau”, verkündet
unser Wanderführer. Eine Gruppe eilt, vom Hunger getrieben,
schon voraus. Eine zweite Gruppe setzt sich, im Gespräch
vertieft, auch in Bewegung. Nach einer Weile rufe ich, „Frau
Müller, wie lang sind eigentlich fünf Minuten”?
. Wir halten an und stellen fest, irgendwann sind wir einer
falschen Gruppe in die entgegengesetzte Richtung nachgegangen.
Müde, hungrig und durstig, aber höchst amüsiert
über uns selber, gehen wir den Weg zurück. Auf Gut
Schirmau empfängt uns das Gelächter der mittlerweile an
Leib und Seele gestärkten „klugen” Wanderer. Aber
auch für uns Hinterbliebene war noch etwas Zeit für
einen köstlichen Salat aus der Gutsschenke, der ehemaligen
Remise. Schnell machen wir noch einen Besuch bei den gerade
geborenen Zicklein. Der Hof betreibt unter Anderem auch eine
Ziegenzucht. Waldgut Schirmau, auf den Grundmauern einer
römischen Siedlung erbaut, wurde von seinen letzen Besitzern
Max und Emmy von der Leyen 1977 der Stadt Krefeld vermacht. Dafür
mußte sich die Stadt verpflichten, ein Erholungsheim für
alte und bedürftige Krefelder Bürger einzurichten. Die
Stadt Krefeld übernahm mit diesem Erbe eine drückende
und kostspielige Last. Das Haus war lange unbewohnt und daher in
einem miserablem Zustand. Die Besitzer hatten ihre letzten Jahre
aus Altersgründen in ihrer Villa in Bad Godesberg
verbracht. 1986 aber war es dann so weit. Waldgut Schirmau
wurde seiner Bestimmung übergeben. Hier in dieser
wunderschönen Eifellandschaft können sich jetzt die
Gäste erholen. Wir aber wollen weiter, an Oberdürenbach
vorbei mit Blick auf die Olbrück, zum Königssee, einem
ehemaligen Basaltsteinbruch. Herrlich muß es sein hier im
Sommer zu baden. Auf dem Steimerich, wie das Gebiet heißt,
wurde von 1924 bis zum zweiten Weltkrieg Basalt gebrochen. Zurück
geht es zur Schutzhütte „Schau ins Land” auf dem
Stucksberg bei Dedenbach. Hier rasten wir noch einmal. Die letzten
Reste der Rucksackverpflegung werden verteilt und vertilgt. Ein
letzter Blick auf Königsfeld und Schalkenbach und wir ziehen,
von einem Donnergrollen hinter uns zur Eile getrieben, zu unserem
Parkplatz zurück.
Es
war wieder einmal ein schöner Wandertag, losgelöst vom
Alltag, mit netten Leuten, einem bewährten Wanderführer
und vom Wetter verwöhnt.
Dank
an alle, die dazu beigetragen haben und einen besonderen Dank an
unseren Hermann.
A.
Thelen
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